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50. Jahrestag der Stadterhebung
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50 Jahre Stadt Schönwald - eine verwirklichte Lebensqualität
Von Bürgermeister Robert Frenzl
Am 17. Mai 1954 wurde Schönwald durch den Bayerischen Innenminister und
stellvertretenden Ministerpräsidenten Dr. Wilhelm Hoegner die Bezeichnung Stadt
verliehen.
Wir können auf unsere "50 Stadt-Jahre" stolz zurückblicken. So vieles ist
geschehen, was das Leben in unserer Stadt angenehm und lohnend macht. Dazu gehören
Grundversorgungen und wichtige Elemente der Lebensqualität bei Wohnen, Wasser und
Abwasserentsorgung, Strom und Gas, Arbeit, Einkaufen, Gesundheit, Sozialem, Schule,
Vorsorge für das Alter und Freizeit.
Die Wohnstadt Schönwald
In Schönwald kann man sehr gut wohnen. Schon 1957 entstanden
41 Siedlungshäuser am Rabenberg und Pfaffenberg.

Am Rabenberg
Der Siedlungsbau wurde fortgesetzt und Eigenheime prägen heute die Stadt,
vornehmlich im Westen und Süden.
Aber auch im Mietwohnungsbau tat sich einiges: Von 1954 bis heute
wurden von der Stadt selbst und vom Gemeinnützigen Bauverein insgesamt 264
Wohnungen geschaffen. Auch Privatleute und die Porzellanfabrik haben
Mietwohnungen errichtet.
Die ersten Eigentumswohnungen wurden vor über 30 Jahren, 1972, gebaut.
Mit der rasanten Bauentwicklung einhergehend wurden das Straßennetz
und die Strom- und Gasversorgung erweitert und modernisiert.
Schönwald hat ein hervorragendes Trinkwasser. Die Kornbergquellen und
drei Tiefbrunnen liefern es über eine natürliche Aufbereitungsanlage
und einen Hochzonen- und Tiefzonenbehälter. Seit 20 Jahren ist
Schönwalds sichere Wasserversorgung ein Vorzeigeobjekt.
Mit dem Anschluss an die Kläranlage Selb 2002 ist die Abwasserentsorgung
bestens geregelt.
Man kauft in Schönwalds Fachgeschäften gut ein, wir haben preisgünstige
Einkaufsmärkte und qualifizierte Dienstleister, erfahrene Ärzte und
ein vielfältiges soziales Angebot. Schönwald hat eine moderne Grund-
und Teilhauptschule und alle weiterführenden Schulen sind leicht
erreichbar. Unsere aktiven Kirchengemeinden leisten vieles, was man
auf den ersten Blick vielleicht nicht im gesamten Umfang sieht und
würdigt.
Porzellanstadt Schönwald
In diesem 50. Jahr der Stadterhebung feiert passend die Porzellanfabrik
Schönwald ihr 125-jähriges Bestehen.
Sie hat immer das Leben in Schönwald geprägt. Heute gehört sie
zusammen mit der Porzellanfabrik Bauscher, Weiden, zum
Weltmarktführer von Gastronomieporzellan, BHS tabletop AG. Seit
1987 komplettiert "unsere Porzellanfabrik" ihr Tischkulturangebot
mit hochwertigem Hotelglas. Die Firma trägt den Namen der
Stadt in die ganze Welt: Hotels, Gaststätten, Schifffahrt-
und Luftfahrtlinien, Kliniken und Sozialeinrichtungen
verwenden Schönwald-Porzellan. Sie hat sich im harten globalen
Wettbewerb behauptet und wird auch zukünftig das "weiße Gold"
an der Porzellanstraße repräsentieren.
Schönwald hat dazu einen beachtlichen Mittelstand, zwei innovative
Maschinenbauunternehmen und eine breite Palette leistungsfähiger
Handwerksbetriebe.
Stadt mit schöner und sinnvoller Freizeit
Der Tourismus kommt voran. Seit 1963 ist, mit Schwerpunkt in Grünhaid, eine
Kapazität von 150 Betten und 18 Ferienwohnungen herangewachsen. Der
Wunsch, den Urlaubern in Schönwald etwas zu bieten, ließ markierte
Wanderwege, Schiloipen, Schiabfahrten, Tennisplätze, Schießanlagen,
eine Squashhalle, einen Vogel- und Freizeitpark und manch anderes
entstehen, nicht zuletzt auch zum Vorteil für die Freizeitgestaltung
aller Schönwalder. Besonders einladend ist unser beheiztes Freibad
im idyllischen Perlenbachtal.

Freibad im Perlenbachtal
Für unsere arbeitsfreie Zeit schätzen wir alle unser intaktes Vereinsleben,
wo jeder Freunde findet und unvergessliche Tage und Abende erlebt.
Schönwald hat Zukunft
Wir rennen keinen Illusionen nach, sondern richten uns ein, um eine
besonders soziale und familienfreundliche Wohnstadt zu sein.
Dafür wird ein Seniorenheim entstehen.
Wir werden den gesamten Bedarf an preisgünstigem Bauland befriedigen und
wir werden den Wohnungsbestand modernisieren.
Zwei Kindergärten und ein Kinderhort für schulpflichtige Kinder,
Mutter-Kind-Gruppen und die hervorragende Kinder- und Jugendarbeit
in den Vereinen und den Kirchen ermöglichen, Arbeit und Familie
in Einklang zu bringen.
Die 1993 eingeweihte Grund- und Teilhauptschule ist architektonisch sehr
ansprechend, vorbildlich eingerichtet und hat gute Lehrkräfte.
Unsere Schule braucht keinen Vergleich zu scheuen.

Grund- und Teilhauptschule
Zwischen den Nachbarstädten Selb und Rehau entwickeln wir miteinander
Schönwald als "unsere Stadt", die jedem Heimat gibt, weil man bei
uns gerne lebt, weil wir hier und von hier aus alles haben und
haben können, was jeder für seine Lebensgestaltung braucht.
Auf weitere gute 50 Jahre unserer Stadt!
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Kleine Stadtgeschichte
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Von Klaus Müller
Vor rund 700 Jahren gehörte Schönwald zum Egerland, das ist bis heute an der Mundart erkennbar. Aus dieser Zeit stammt auch die erste urkundliche Erwähnung des Ortes:
im Jahre 1316 schenkte Fritz Forster seinen Hof "in Schoenwalde" dem Kloster Waldsassen. Ob der Ortsname vom "schönen Walde", der die Dorfsiedlung umgab, abgeleitet wurde, ist wahrscheinlich, aber nicht sicher.
Die Bewohner des kleinen Dorfes, meist Untertanen der Gutsherrenschaft, bestritten ihren Lebensunterhalt mit den kärglichen Erträgen der Land- und Forstwirtschaft: sie bauten Flachs, Lein und Getreide an, Pechkratzen und Kohlebrenne brachten eine kleinen Nebenverdienst.
1412 fiel Schönwald an die Burggrafen von Nürnberg, 1792 mit der Markgrafschaft Bayreuth an Preußen und kam schließlich 1810 endgültig zu Bayern. Auch die Gutsherrschaft wechselte ständig im Laufe der Jahrhunderte; an der Armut der bäuerlichen Bevölkerung änderte sich dadurch nichts. 1777 wurde das Schloß Sophienreuth erbaut.
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Die Wende begann mit der Einführung der Handweberei um 1830; bis zu 100 Webstühle standen damals in Schönwald. Den entscheidenden Schritt vom Dorf zum Industrieort brachte schließlich der Bau der ersten Porzellanfabrik 1879 durch J. N. Müller. Durch die stürmische Weiterentwicklung dieses Industriezweiges und die Ansässigmachung anderer Firmen stieg die Bevölkerungszahl durch Zuzug auswärtiger Arbeiter schnell an.
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Das wiederum machte verstärkten Wohnungsbau nötig. Wasserleitungen und Kanalisation, Stromversorgung und Ferngas, die Errichtung von Postamt, Bahnstation und modernem Schulgebäude waren zwangsläufig Folgen wirtschaftlicher und kultureller Weiterentwicklung.
Das Jahr 1938 brachte schließlich die Ernennung zur Marktgemeinde. Damit verbunden war gleichzeitig das Recht zur Führung eines eigenen Gemeindewappens.
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Höhepunkt der geschichtlichen Entwicklung war aber die am 17. Mai 1954 ergolgte Erhebung zur "Stadt Schönwald" durch den bayerischen Staatsminister Dr. Wilhelm Högner.
Die Porzellanindustrie prägt auch heute noch den Ort. Durch die Fusion mit Hutschenreuther 1972 ist "Schönwald" zu einer der modernsten und führendsten Geschirrfabriken der Welt geworden.
Aber Schönwald ist auch Ferienort mit sozialen und kulturellen Einrichtungen und einem breiten sportlichen Freizeitangebot, kurz: eine Kleinstadt, in der es sich leben läßt. |
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